Die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit (ist immer subjektiv)

Bundesweite Insektenschutz-Hochburg Melle…
Und gleichzeitig: Lokal-/RegionalpolitikerInnen sorgen für Reduzierung einer Schutzzone im FFH-Gebiet der Stadt…
Zudem: Neues Pilot-Projekt zur Unterstützung von Landwirtschaft und Artenviefalt beginnt Ende Mai hier vor Ort.

Dieser Text stellt eine individuelle Sichtweise dar und hat nicht den Anspruch „die absolute Wahrheit und nichts als die absolute Wahrheit“ zu sein…
Den „richtigen“ Weg zu finden ist unstrittig alles anderes als einfach.

Zu Beginn mal einige Fakten:
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Eine Fülle von WissenschaftlerInnen spricht mittlerweile vom größten Artensterben seit 66 Millionen Jahren.

Vorgestern begann die Weltartenschutzkonferenz in Paris mit einem eindringlichen Appell.
Robert Watson, Präsident des Weltbiodiversitätsrats (IPBES), erklärte zum Auftakt des Treffens:
„Die Belege sind unbestreitbar: Die Zerstörung der Artenvielfalt und der Ökosysteme hat ein Niveau erreicht,
das unser Wohlergehen mindestens genauso bedroht wie der durch den Menschen verursachte Klimawandel.“
<a href=“https://www.tagesschau.de/ausland/konferenz-artenvielfalt-103.html“ rel=“noopener“ target=“_blank“>https://www.tagesschau.de/ausland/konferenz-artenvielfalt-103.html</a>

Es gibt mittlerweile Myriaden von wissenschaftlichen Untersuchungen, welche nachweisen können, dass die konventionelle, intensive Landwirtschaft einer der größten
Verursacher des Insektensterbens ist. Nur eine ganz kleine Auswahl davon:
<a href=“http://insektenrettung.de/ursachen-des-insektensterbens/“ rel=“noopener“ target=“_blank“>http://insektenrettung.de/ursachen-des-insektensterbens/</a>

Zudem: Die Stadt Melle gehört mittlerweile zu den Vorzeigestädten/Kommunen im Bundesgebiet, wenn es um die Anzahl
insektenfreundlicher Blühwiesen geht:
<a href=“http://bluehwiesenliga.de“ rel=“noopener“ target=“_blank“>http://bluehwiesenliga.de</a>

Dieses ist ein Resultat einer großen Anzahl beteiligter Menschen zum Beispiel innerhalb der Projekte „Blumiges Melle“
und „Blumiger Landkreis“ (z.B. Firmen, Schulen, PrivatbürgerInnen, unterschiedliche Vereine etc.) sowie z.B. der Aktivitäten
der Stadt Melle.

Und gleichzeitig?
——————

Und gleichzeitig schockiert die naturschutzbewussten Menschen in der Stadt Melle (sowie im gesamten Landkreis) eine Entscheidung des Kreistages,
dass „Pestizid-Schutzstreifen“ an Gewässern (Else, Obere Hase) in einem Meller FFH-Gebiet (und im gesamten Landkreis) nur eine winzige Beite von 1 Meter betragen müssen.
Zum Vergleich: Im Rahmen des „Volksbegehrens Artenvielfalt“ in Bayern wurde eine Schutzzone von 5 Metern gefordert und jetzt auch von der CSU
beschlossen. In Baden-Württemberg liegt diese Schutzzone sogar zwischen 5 und 10 Metern.

Als Öko-Freak könnte man sich zu der Aussage hinreissen lassen: „Ja, wenn denn sogar die CSU schon bereit ist…wäre es nicht nett, wenn auch im Landkreis Osnabrück…?
Sind die Schutzgebiete im Landkreis denn weniger wert?
Und die SPD wirbt doch hier im Landkreis mit Wahlwerbung für den Klimaschutz. Ja gehen denn Klima- und Artenschutz nicht „Hand in Hand“?
Wäre da nicht sogar eine gewisse Ambivalenz feststellbar??

Anders formuliert: Wie in drei Teufels Namen konnte DAS (!!!) (also die Entscheidung im Kreistag) passieren? Im Jahre 2019?????!“

Der gerechtfertigte Aufschrei ist groß. Der Landkreis steht medial fürchterlich dar, das überregionale Interesse wächst und wächst.
Auch das Bundesumweltamt hat sich gemeldet.
Und: Jene PolitikerInnen haben nicht nur dem Arten- und Naturschutz einen grandiosen Bärendienst erwiesen, vermutlich wird noch eine Millionenstrafe nach Brüssel folgen.
Ganz toll gemacht! Verantwortungsvolles Handeln im Interesse der WählerInnen und Wähler sieht anders aus!

Nachfolgend einige LeserInnenbriefe, z.B. von WissenschaftlerInnen der Uni Osnabrück, die sich mit so etwas auskennen:

<a href=“https://www.pressreader.com/germany/neue-osnabrucker-zeitung-wallenhorst/20190328/282737703184840″ rel=“noopener“ target=“_blank“>https://www.pressreader.com/germany/neue-osnabrucker-zeitung-wallenhorst/20190328/282737703184840</a>

<a href=“https://www.pressreader.com/germany/neue-osnabrucker-zeitung-stadt-osnabruck/20190330/282784947829986″ rel=“noopener“ target=“_blank“>https://www.pressreader.com/germany/neue-osnabrucker-zeitung-stadt-osnabruck/20190330/282784947829986</a>

Bei der Schadensanalyse (wer hat eigentlich diese Entscheidung demokratisch zu verantworten?) fällt auf, dass auch LokalpolitikerInnen aus Melle
für diese (aus ökologischer Sicht völlig fatale) Entscheidung gestimmt haben. Es stellt sich die Frage:

Wenn im Rahmen einer Demokratie noch nicht einmal gewählte Personen aus der eigenen Stadt für einen Erhalt einer sinnvollen Schutzzone
in einem (wohlgemerkt!!) FFH-Gebiet [in eben jener Stadt stimmen], ja WER DENN BITTE DANN ??? (man möge mir hier eine etwas bzw. tiefgreifende emotionale Verstimmung verzeihen…)

Ist es nicht viel komplexer?
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Ist es wirklich so einfach? Es wäre schön wenn es so wäre…Die „Wahrheit“ ist (vermutlich) wie immer komplexer.
Jegliche politische Entscheidung wird immer einem (größeren) politischen Kontext gefällt, ein legitimer Abwägungsprozess.
Auch wenn der Autor dieses kleinen Textes – schon aus wissenschaftlichen und naturschutzfachlichen Gründen – der festen Überzeugung ist, dass diese Entscheidung
für einen „1-Meter-Nicht-Schutz-Puffer“ sachlich falsch ist, so darf bei der Diskussion nicht vergessen werden, dass wir nicht nur
ein massives und katastrophales Arten- sondern auch ein Bauernsterben verzeichnen.

Anders formuliert: Bäuerinnen und Bauern gehen – trotz massivem Arbeits- und Zeiteinsatz – pleite und es spielen sich vor unserer Haustür nicht nur dramatische Szenen
des Artensterbens sondern auch menschliche Dramen ab. Vom Gros der Gesellschaft: Unbeachtet („ICH gehe ja nicht pleite. MIR ist das egal. Ich kaufe meine Lebensmittel ja beim Aldi/Lidl
oder wo auch immer…“ (ernsthaft, genau diese „Argumentationskette“ schon gehört).
Oder jetzt wieder mit anderem Blickwinkel:
„In MEINEM Gartenteich sind ja keine Pestizide. MEINEM Goldfisch geht es doch gut.“
Thank you for nothing!

Was also sollen wir Bürgerinnen und Bürger tun?

a) Als WählerInnen gegenüber den PolitikerInnen Mißfallen ob dieser Entscheidung bekunden? Klingt irgendwie plausibel und ist (in einem sachlichen Ton) eine/r jeden Wählers/Wählerin
gutes Recht – um nicht zu sagen sogar eine Verpflichtung (schweigen ist feige). Doch dennoch und wie gesagt:
Die (interessengebundene) (PolitikerInnen-)Realität ist (vermutlich?) viel komplexer (wer von uns WählerInnen kann denn schon sagen, wie sich der Entscheidungsprozess
einer solchen Abstimmung innerhalb einzelner Fraktionen strukturell gestaltet?). Genausowenig wie Bäuerinnen und Bauern glücklich darüber sein werden, todbringende Pestizide
auszubringen, so dürfte das PolitikerInnen ähnlich gehen (…sofern nicht ein größerer Scheck von Bayer oder wem auch immer unter dem Türschlitz durchgeschoben wurde.
Aber weit hergeholte Verschwörungstheorien bringen an dieser Stelle nicht viel…).

b) Es einfach so hinnehmen? So tun als ob (im Kreistag) nichts gewesen wäre? NEVER EVER und NIE und NIMMER! Völlig falsch!
Ein „weiter so wie immer“ (in der Landwirtschaft, im passiven Wegschauen, im „Alles einfach so hinnehmen. in meinem Gartenteich stimmt ja die Wasserqualität“) ist Grütze
(fast hätte ich gesagt: Entengrütze) und darf NIEMALS passieren!

c) Emotionale Empörung (welche nicht falsch kanalisiert und komplett unsachlich ausgetragen wird): Auf jeden Fall richtig!
Wir reden hier immerhin über Lebewesen, denen (allerspätestens bei Starkregen) Pestizide in die heimische Badewanne gespühlt werden.
Und dann flüchten (also die Lebewesen in der Else-Oberen Hase-FFH-Badewanne)? Wohin denn bitte? Der erste Fisch, dem Beine wuchsen, hat in der Evolution Millionen von Jahre dafür gebraucht…

NATÜRLICH und SELBSTVERSTÄNDLICH ist hier eine hohe Emotionalität angemessen. Wenn man sich über das Artensterben in Schutzgebieten nicht aufregt,
worüber soll man sich bitte denn dann aufregen???!!
Und gleichzeitig wiederum auch immer die Erinnerung, dass nur „Emotionen“ keine angemessene Entscheidung herbeiführen können und
eine sachliche Nüchternheit (trotz aller Aufgeladenheit) (trotzdem) ganz wichtig ist. Einfach ist das nicht immer…

d) Die (alleinige) Forderung an PolitikerInnen und BäuerInnen richten: Hört auf mit dem Scheiß! Ihr macht alles kaputt! [ohne selbst aktiv zu werden]
Natürlich auch völlig falsch, viel zu passiv und viel zu monokausal!

Offen gesagt: Wenn ein Landwirt/In finanziell mit dem Rücken zur Wand steht, seine Kredite nicht mehr bezahlen kann, vielleicht kein Futter mehr für seine Tiere kaufen kann
(hat es alles schon gegeben), was tut er dann (was würde (fast) jedEr EinzelnEr) tun?…. Er holt aus seinem Land „alles raus was irgend geht“. Logisch irgendwie…
Bevor „alles dann Bach runtergeht“, dann doch lieber Pestizide im Bach (und die eigene Existenz retten). JedEr, der/die gerne auf Landwirte schimpft, sollte sich fragen, ob er/sie denn anders handeln würde, wenn Pestizide die einfachste und einzige Möglichkeit wären (weil z.B. die Investitionsmöglichkeiten für eine Bio-Produktion fehlen)
den eigenen Betreib kostenneutral „über Wasser zu halten“…, wir würden wir selber handeln?

Und warum ist das so? Z.B. Weil wir (als Gesellschaft) nach immer günstigeren Preise für Lebensmittel schreien. Wenn ein Apfel im Supermarkt nur wenige Cent kostet, wie viel
davon kommt wohl bei dem produzierenden Landwirt an? und dann wäre da noch die Klimaerwärmung.
Es bedarf nicht viel Einfühlungsvermögen sich vorzustellen, was in der Landwirtschaft passiert, wenn noch zwei, drei Hitzesommer in der nächsten Zeit auftreten.
Und sie werden kommen!! Das ist so sicher, wie Pestizidrückstände in der Else oder oberen Hase!

Wir brauchen ein Umdenken. MEHR Unterstützung für nachhaltigere Produktionsmethoden in der Landwirtschaft.
In Melle geht es z.B. über die „solidarische Landwritschaft“:

<a href=“https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1687862/meller-biobauer-sucht-mitglieder-fuer-solidarische-landwirtschaft“ rel=“noopener“ target=“_blank“>https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1687862/meller-biobauer-sucht-mitglieder-fuer-solidarische-landwirtschaft</a>

oder:
<a href=“https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1716896/in-melle-gruendet-sich-die-solidarische-landwirtschaft“ rel=“noopener“ target=“_blank“>https://www.noz.de/lokales/melle/artikel/1716896/in-melle-gruendet-sich-die-solidarische-landwirtschaft</a>

Oder den Einkauf von Bio-Produkten (z.B. bei Georgs Bioladen).

Und: Auch im Projekt „Blumiger Landkreis Osnabrück“ wollen wir ein bißchen dazu beitragen.
Wir werden noch Ende Mai/Anfang Juni damit beginnen, ein bißchen was unserer (knappen) Gelder in die Hand zu nehmen, um lokale
Landwirte bei der Anlage insektenfreundlicher Blühwiesen/Blühstreifen finanziell zu unterstützen
bzw. sogar komplett zu entschädigen. Auch sollen Gelder zur Verfügung gestellt werden, damit deren Nutztiere diese Blühwiesen schonend beweiden können.
Denn vergessen wir eines Nicht: Jegliche Tätigkeit in einem Wirtschaftsunternehmen kostet erstmal Zeit und Geld. Und: Unternehmen sind auf Profit ausgerichtet. Also seien wir bereit diesen zu zahlen!
Weitere Maßnahmen darüber hinaus werden folgen…

Wenn wir als Gesellschaft fordern, dass die Landwirte ökologisch nachhaltig arbeiten sollen, dann müssen wir akzeptieren, unsere Portemonnaies zu öffnen und das zu unterstützen
(und nicht nur nach „der Politik“ schreien). Wenn nicht jedEr EinzelnEr SELBER aktiv wird, wie können wir uns das Recht herausnehmen,
nach Aktivitäten von Landwirten und PolitikerInnen zu rufen? Richtig! Garnicht!

Das Pilotprojekt „Artenschutz durch Blühwiesen und Landwirtschaft“ ist zunächst einmal ein kleines Projekt und wird erstmal nur in Melle umgesetzt, mit zunächst vermutlich erst einmal nur zwei Betreibern.
Ähnlich wie ja auch „Blumiges Melle“ vor einigen Jahren „ganz klein“ angefangen hat…
Alles beginnt im Kleinen. Ob daraus etwas „Großes“ erwächst entscheiden wir alle gemeinsam durch unsere Mitwirkung.
Unser Grafiker jedenfalls beginnt schon intensiv mit den ersten Werbetafeln…

Wichtig:
Eines dann doch noch:
In unserem Projekt unterstützen wir KEINE Landwirte/innen, welche eine intensive Massentierhaltung (z.B. Massen-Schweineställe, Massen-Hühnerställe) betreiben.
Wir brauchen zweifelsfrei eine stärkere (ökonomische) Solidarität mit der Landwirtschaft, als Betreiber eines Gnadenhofes hört diese jedoch bei der
Solidarität mit Massen-Leid in der Tierhaltung mit 100%iger Sicherheit auf.
Und es soll jetzt keiner mit diesem völlig idiotischem „Tierwohl-Label“ und „2,5m²-in-der-Schweinehaltung-sind-doch-eine-tolle-Sache“ angekrochen kommen.

Blumiger Landkreis Osnabrück
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen
http://blumiger-lkos.de
<a href=“https://www.betterplace.org/de/projects/66360-insektensterben-stoppen-bluhwiesen-anlegen-pflege-durch-gnadenhoftiere“>https://www.betterplace.org/de/projects/66360-insektensterben-stoppen-bluhwiesen-anlegen-pflege-durch-gnadenhoftiere</a>

 

Insektenschutzparadies mit Leuchtturm-Charakter

Einweihung unserer neuen Fräse „King Kong 2“. Kongeniale Zusammenarbeit mit dem Batman mobil.
Danke an Spies Packaging aus Melle/Gesmold. Hier entsteht ein Insektenschutz-Biotop mit Leuchtturm-Charakter.

Heute die Vorbereitung für den 4. Mai fortgesetzt.
Mit unserer neuen Fräse „King Kong 2“ (DANKE!!! an alle Menschen, die gespendet haben) wurde hier munter gerödelt,
unterstützt durch das „Batman mobil“. Hätten wir doch immer solche Werkzeuge zur Hand (seufz…).
Ein Victory-Zeichen in die Kamera :-). Der „Kampf“ GEGEN das Artensterben und FÜR eine hohe biologische Vielfalt ist noch nicht verloren,
schon garnicht mit dieser Unterstützung.

Vorgestern begann die Weltartenschutzkonferenz in Paris mit einem eindringlichen Appell.
Robert Watson, Präsident des Weltbiodiversitätsrats (IPBES), erklärte zum Auftakt des Treffens:
„Die Belege sind unbestreitbar: Die Zerstörung der Artenvielfalt und der Ökosysteme hat ein Niveau erreicht,
das unser Wohlergehen mindestens genauso bedroht wie der durch den Menschen verursachte Klimawandel.“
https://www.tagesschau.de/ausland/konferenz-artenvielfalt-103.html

Umso wichtiger sind die Aktivitäten, mit welchen Spies Packaging das Projekt „Blumiger Landkreis Osnabrück – Artenviefalt steigern, Insektensterben stoppen“
unterstützt.
Zudem ein Dank für eine hohe finanzielle Spende.
Das Projekt „Blumiger Landkreis Osnabrück“ wird ehrenamtlich betrieben und ist auf Spenden angewiesen.
Dank dieser Unterstützung bleiben wir weiter handlungsfähig.

Am Samstag [ab 10.00 Uhr, Straße „Im Gewerbepark“, rückseitig des Hochregallagers, direkt neben dem AWIGO Recyclinghof Melle]
wird hier mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von „Spies Packaging“
ein wertvolles Biotop geschaffen, wie es in dieser Form nur wenige in der Stadt gibt.
Auf 3000 m² wird eine Blühwiese basierend auf regionalem Saatgut angelegt. Zudem sind bereits eine große Vielzal von Stauden gepflanzt worden,
welche wertvolle Nahrung für Insekten bereitstellen und gleizeitig wichtige
Rückzugsmöglichkeiten für eine Vielzahl von Tierarten kreieren.
Die Blühwiese dort ist „strategisch“ sehr wichtig, da diese eine große Vernetzungslücke schließt und so vielen Insekten mit geringen Flugradien ermöglicht,
von Standort zu Standort zu fliegen (wichtig für einen genetischen Austausch) [siehe Karte].

http://insektenrettung.de/karte/oltest/dist/pollenversorgung2.html?mlat=929867&mlon=6835712&zoom=12

Als Betreiber des ehrenamtlichen Projektes „Blumiger Landkreis Osnabrück“ bemerken wir vielerorts ein Umdenken.
Viel mehr Mut zur Wildheit (bunt und farbenfroh) und weg von artenarmen Millimeterrasen.

Nachfolgend die offizielle Pressemeldung:

SPIES sät eine Blumenwiese
3.000 m2 für die Artenvielfalt und das Überleben von Insekten in der Region Melle,
wichtige Lücke im Blühwiesen-Korridor wird geschlossen, eines der größten Blühareale im Landkreis wird geschaffen

Am Samstag, den 04. Mai sät die Unternehmensgruppe SPIES Packaging (SPIES Kunststoffe GmbH & SPIES Formen- und Werkzeugbau GmbH)
am Standort Gesmold (Straße Im Gewerbepark, rückseitig des Hochregallagers) aus
regionalem Saatgut eine 3.000m2 große, artenreiche Wildblumenwiese. Dieses wertvolle Refugium für Insekten und eine Vielzahl
von Folgenutzern, wie Vögel und Kleinsäuger, wird mittelfristig durch die Anpflanzung einer Vielzahl von Stauden begleitet,
wodurch zusätzliche Lebensräume entstehen.

SPIES unterstützt dadurch die bereits vorhanden, intensiven Aktionen von Privatpersonen und Firmen,
die im Landkreis Osnabrück durch Artenschutzmaßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt und gegen das Insektensterben, arbeiten.

Im Rahmen eines kleinen Events, bei dem auch die Familien der Mitarbeitenden eingeladen sind,
darf jede/r aktiv werden und nach einer kurzen Einführung selbst säen.

Christof Spies, Geschäftsführender Gesellschafter:
„Die Region ist uns sehr wichtig. Wir freuen uns, durch die Bepflanzung einer von uns nicht genutzten Fläche
einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt zu leisten. Wir sind schon gespannt, wie die Wiese wachsen wird.“

Bei der Säaktion werden, um auf größere Zusammenhänge aufmerksam zu machen,
Lebensmittel mit Bio-Qualität angeboten. Als kleines Dankeschön für die Teilnahme erhalten
alle Teilnehmer/innen noch etwas Saatgut für den heimischen Garten oder Balkon.

Freya Pelsis, Assistenz der Geschäftsführung: „Es fühlt sich toll an, etwas Handfestes für die Insekten, insbesondere die Bienen zu tun.
Ich bin dankbar, dass sich schon so viele SPIESer angemeldet haben und am Samstag mitwirken werden.“

Die Anlage der Blühwiese integriert sich in ein Netzwerk von Blüharealen, welches in Melle kontinuierlich ausgebaut wird.
Kai Behncke, ehrenamtlicher Geschäftsführer der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe und Mitgestalter der Veranstaltung:

„An dieser Stelle soll ein hervorgehobener Dank an SPIES ausgesprochen werden. Diese haben nicht nur eine hohe Spende für Artenschutz-Aktivitäten geleistet,
sondern werden auf ihrem Firmengelände auch selbst aktiv.
Die Anlage einer außergewöhnlich großen Wildblumenwiese ist genau die richtige Mentalität, um dem Artensterben die Stirn zu bieten.
Wir arbeiten im Rahmen von „Blumiger Landkreis Osnabrück“ nach wie vor vehement daran, einen Blühwiesen-Korridor von Hagen a.T.W. bis nach Melle zu schaffen. Die nun auf dem Firmengelände
angelegte Blühfläche schließt dabei eine bislang vorhandene Vernetzungslücke.“

In Niedersachsen leben etwa 360 Wildbienenarten, von denen sehr viele bedroht sind. Da Wildbienen, anders als die Honigbiene,
nur sehr geringe Flugradien aufweisen (je nach Art zuweilen nur mehrere Hundert Meter) ist es wichtig, eine räumliche Vernetzung von artenreichen Blüh-Biotopen zu schaffen.
Nur dadurch ist ein regionsübergreifender genetischer Austausch möglich, welcher elementar für eine Arterhaltung ist.
In den Maßnahmen gegen das Insektensterben nimmt Melle mittlerweile eine bdeutende Schlüsselposition ein.

In der sogenannten „Blühwiesenliga“ (http://bluehwiesenliga.de) steht Melle bundesweit unangefochten auf Platz 1. Die bei SPIES angelegte Fläche stellt in der stadt Nummer 92 dar und gehört
dabei zu den größten Blüharealen im Landkreis.

Kai Behncke: „Das Engagement solch vieler Akteure in Melle ist herausragend.
Dennoch bleiben wir als Naturschutzgruppe hungrig nach mehr.
Noch im Mai starten wir z.B. ein Pilotprojekt mit Landwirten aus Melle, welche für die Schaffung von Insektenschutzmaßnahmen finanziell unterstützt werden.
Es ist wichtig, dass wir als Gesellschaft auch die Landwirtschaft fördern und beispielsweise höhere Preise für ökologisch produzierte Lebensmittel akzeptieren.
Um die Probleme des Artenschutzes zu lösen besitzen Bäuerinnen und Bauern eine herausragende Schlüsselposition.
Dafür verdienen sie unser aller Unterstützung – insbesondere auch finanziell.“

Blumiger Landkreis Osnabrück
Artenvielfalt steigern, Insektensterben stoppen
http://blumiger-lkos.de

Kann z.B. durch die aktive Anlage einer Blühwiese unterstützt werden, oder durch eine Spende:
https://www.betterplace.org/de/projects/61252-blumiger-landkreis-osnabruck